Mineralfuttermittel gehören zwar zu jedem Pferdefutter, aber nicht immer müssen sie das ganze Jahr über durchgehend angeboten werden. Außerdem gibt es verschieden zusammengesetzte Produkte. Viele enthalten auch Vitamine.
warum überhaupt Mineralstoffe füttern
Der Mineralstoffgehalt von Heu schwankt mit jeder Lieferung und jeder Ernte. Sowohl der Erntezeitpunkt, als auch die Witterung wirken sich auf die Qualität des Heus aus. Selbst wenn Sie alles vom gleichen Bauern kaufen, jedes Feld ist etwas anders, als das nächste.
Wie wurde das Heu nach der Ernte gelagert? Wie ist die Lagerung im Stall bei Ihnen? Ob sich der Ballen in der Nähe der Wand oder mitten im Heulager befindet, alles wirkt sich auf die Qualität aus. Am Ende des Winters nach langer Lagerung sinkt ebenfalls der Nährstoffgehalt.
Wie ist es in der Natur?
In freier Wildbahn decken Pferde ihren Mineralstoffbedarf, indem sie gezielt Sand oder Erde zu sich nehmen. Ihr Instinkt sagt ihnen genau, wann sie wieviel von was brauchen.
Vom Zweck des Mineralfutters
Über das, was Mineralstoffmischungen können, gibt es oft falsche Vorstellungen. Mineralfutter sind dafür da, die täglichen Schwankungen im Mineralstoffgehalt des Futters auszugleichen, nicht um echte Mängel zu beheben. Deshalb werden sie meist auch längerfristig gegeben.
Aber Vorsicht: wenn man verschiedene Ergänzungsfutter zum Heu verabreicht, sollte man beachten, dass viele Ergänzungsfutter bereits mineralisiert sind und dies mitberücksichtigen. Eine Mehrfachmineralisierung ist nicht sinnvoll.
Gesunde Pferde, die gutes Heu bekommen und im Sommer auch Zugang zu Weide haben, brauchen im allgemeinen zumindest während der Weidesaison keine extra Vitaminzufuhr. Die Mineralien alleine reichen. Und in diesen Fällen reicht meist auch nur ein Basismineral zur freien Entnahme, zum Beispiel als Leckschale.
Am Besten nimmt man für diesen Zweck ein Produkt aus anorganisch gebundenen Mineralien.
Bei schlechter Heuqualität, im Winter oder wenn Ihr Pferd geschwächt oder schon älter ist, dann empfielt sich die Gabe einer zum Tier passenden Mineralstoffmischung. Besonders bei älteren und kranken Tieren ist meist auch eine Vitaminisierung sinnvoll.
bei einem echten Mangel
Wenn im Blutbild ein echter Mangel an einem oder mehreren Mineralstoffen festgestellt wurde, muss dieser gezielt mit dem passenden Mineralstoff aufgefüllt werden.
Das erfolgt dann kurweise und meist mit organisch gebundenen Mineralien.
was ist überhaupt ein Mineralfutter?
Ein Mineralfutter ist nur dann ein Mineralfutter, wenn es einen Rohaschegehalt von mindestens 40% hat.
Können Mischungen aus Kräutern und Pflanzen den Mineralstoffbedarf eines Pferdes decken?
Kräutermischungen können zwar eine Ration bereichern, sind aber kein Ersatz für ein Mineralfutter. Bei diesen Produkten schwankt die Konzentration der verschiedenen Mineralien, wie in allen Pflanzen. Sie enthalten keine standardisierten Mengen an Mineralien.
Zum Überlegen
Wenn man sich fragt, warum sein Pferd immer wieder einen Mangel an einem Mineralstoff hat, die anderen in der Gruppe aber nicht, dann wäre es sinnvoll, einmal einen Blick auf die Darmgesundheit zu werfen. Warum nimmt mein Pferd weniger auf, als die anderen?