Die Art der Haltung und Fütterung sind ausschlaggebend für den Heilungserfolg bei Hufrehepferden.
Was ist jetzt zu tun?
Was löst eine Hufrehe aus?
Bei uns ist der überwiegende Teil der Fälle die sogenannte endokrinopathische Hufrehe. Sie wird durch einen gestörten Zuckerstoffwechsel ausgelöst. Meist handelt es sich um mehr oder weniger übergewichtige Pferde, die bereits die Diagnose EMS (Equines Metabolisches Syndrom) haben oder um Pferde mit der Diagnose des Equinen Cushing.
seltene andere Formen der Hufrehe
Neben der endokrinopathischen Rehe gibt es die Belastungsrehe, die z.B. durch überlanges Stehen auf zu hartem Boden verursacht ist. Die toxische Rehe wird durch die Aufnahme von giftigen Pflanzen und anderen Toxinen ausgelöst. Schließlich findet man noch die Geburtsrehe meist in Zusammenhang mit Nachgeburtsverhaltungen. In selteneren Fällen kann jedoch auch eine vorausgegangene Selensupplementierung zu Hufrehe führen. Diese Pferde sind dann nicht unbedingt übergewichtig.
was macht der Tierarzt
Die erste Maßnahme durch den Tierarzt ist meist die Gabe von Schmerzmitteln und die Verordnung von Boxenruhe. Während der Gabe von Schmerzmitteln ist die Ruhigstellung des Tieres wesentlich. Da durch die Medikamente das Schmerzempfinden reduziert ist, könnte es ohne Ruhigstellung zu einer Überlastung des bereits geschwächten Hufbeinträgers kommen, was den Schaden noch vergrößert.
wie geht es jetzt weiter
Jetzt ist es wesentlich so schnell wie möglich aus der akuten Situation herauszukommen und keine weiteren Episoden von Hufrehe zu provozieren.
Als erste Maßnahme nur zuckerarmes Heu füttern oder, weil das oft nicht zur Verfügung steht, zumindest das Heu waschen. Damit kann man den Zuckergehalt bis zu maximal 30% reduzieren und es kommt zu keinen plötzlichen Anstiegen des Blutzuckerspiegels mehr. Das Waschwasser muss unbedingt weggeschüttet werden, denn es enthält den gesamten ausgeschwemmten Zucker!
erforderliche Heumenge
- Bei Übergewicht 1,5kg Heu pro 100 kg Körpergewicht.
Hierbei orientiert man sich am Zielgewicht und nicht am Übergewicht. Bei sehr großem Übergewicht, in Etappen nach unten regulieren, also erst mal 30kg vom Körpergewicht abziehen und wenn das Gewicht erreicht ist, wieder 30 kg abziehen u.s.w. - Bei Normalgewicht 2kg Heu pro 100kg Körpergewicht.
Bewegung während der Regenerationsphase
Bei einer Hufrehe kann man davon ausgehen, dass die Rehaphase bis zu einem Jahr dauern kann. Das ist der Zeitraum, in dem ein Huf von oben nach unten durchgewachsen ist. In dieser Zeit sind die Hufe nicht voll belastbar. Trotzdem ist Bewegung wesentlich für den Heilungsverlauf, weil sie die Durchblutung in Gang hält.
Ab wann Bewegung erlaubt ist und wie viel, und ab wann die Bewegung gesteigert werden darf, das sagt der Tierarzt.
Meist braucht es auch einen Schutz durch Hufschuhe oder Rehaschuhe, die man bei Bedarf mit etwas Schafwolle auspolstern kann.
Am Besten ist die Haltung auf einem großen Paddock mit Böden, die beim Gehen nachgeben, sodass sich die Zehe beim Gehen in den Boden eingraben kann.