„Der Darm ist die Grundlage der Gesundheit:“
Diese oder ähnliche Aussagen hört man regelmäßig im Humanbereich. Aber wie ist das nun bei unseren Pferden?
Was hat die Darmgesundheit mit der Gesundheit des Pferdes im Allgemein zu tun und was beeinflusst sie?
Fangen wir hier an:
Alles was das Pferd frisst und trinkt passiert den Darm. Hier wird der Nahrungsbrei in so kleine Anteile zerlegt, dass die enthaltenen Nährstoffe durch die Darmwand ins Körperinnere aufgenommen werden können. Dort werden sie weiterverarbeitet und entweder zur Energiegewinnung oder zum Aufbau von Körperstrukturen genutzt.
Damit dieser Vorgang gut funktioniert, brauchen die Zellen aus denen die Darmwand aufgebaut ist, ein bestimmtes Umgebungsmilieu, oder anders ausgedrückt, einen ganz bestimmten Lebensraum. Ist dieser Lebensraum gesund, dann sind auch die Zellen gesund und können ihre Aufgaben erfüllen.
Aufgaben des Darmes
Die Aufgaben des Darmes bestehen im Wesentlichen in der Resorption von Nährstoffen und in einer sog. Barrierefuntion, das heisst, hier wird darüber entschieden, was aus dem Darm in den Körper aufgenommen werden soll, und was tunlichst draußen bleiben und mit dem Kot ausgeschieden werden soll.
Ist der Darm gesund, werden die erforderlichen Nährstoffe bei adäquater Fütterung gut aufgenommen, der Körper ist in der Folge in der Lage ausreichend Energie zu bilden. Mit Hilfe der Nährstoffe und der Energie kann der Körper nun seine Strukturen, wie z. B.die Muskeln aufbauen und altes Gewebe erneuern.
Da eine gesunde Darmwand eine gute Barriere gegen Unerwünschtes bildet, treten keine Nahrungsbestandteile in das Innere des Körpers über, die dort nicht hingehören.
Wenn etwas aus dem Ruder läuft
Sobald der Darm undicht wird, kommt es zum Eintreten von zu großen Partikeln ins Innere des Körpers. Das kennen wir auch beim Menschen vom Leaky Gut Syndrom. Diese Situation kann das Auftreten von Allergien begünstigen oder eine Überforderung der Ausscheidungsorgane bewirken, die diese Substanzen ja wieder eliminieren müssen.
Einlagerungen im Bindegewebe
Bei einer deutlichen Überforderung kommt es dann auch zur Einlagerung von Stoffen im Bindegewebe. Das kann unter anderem das Auftreten von Hauterkrankungen begünstigen.
Bei manchen Pferden hat man, wenn man mit der Hand über das Fell streicht, fettige Hände oder dunkle Beläge auf der Hand, alles Anzeichen von verstärkter Ausscheidung über die Haut.
Der Einfluss der Konstitution
Wo im Körper sich die Probleme zeigen, das hängt auch von der Konstitution und der individuellen Schwachstelle ab. Ob auf der Haut, in der Verdauung oder z. B. in der Atmung Probleme auftreten, ist bei jedem Tier anders. Auch, ob ein Pferd übermäßig stark mit Sehenproblemen kämpft, oder ob es ein schwaches Immunsystem hat und ständig erkältet ist oder ob es „nur“ Probleme mit dem Fellwechsel hat, auf all das hat die Konstitution grossen Einfluss
Der Einfluss der Fütterung
Die Darmgesundheit steht in engem Zusammenhang mit einer pferdegerechten Fütterung. Heu ist das ideale Pferdefutter. Alle Futtermittel, die zu einer stärkeren Ansäuerung des Darmmilieus führen, sollten nur in sehr geringer Menge verabreicht werden. Dazu zählen Futtermittel mit hohem Zuckergehalt wie Getreide, Karotten und pektinhaltige Futtermittel.
Faktor Stress
Lang anhaltender Stress wirkt sich negativ auf die Gesaundheit des Darmes aus. Das Darmmilieu verändert sich mit allen oben genannten Folgen.
Die gute Nachricht
Ein starkes gesundes Darmmilieu hält auch kurzfristige Belastungen, wie das Anweiden, kurzzeitig eine schlechte Heuqualität, eine Entwurmung oder Medikamentengaben oder vorübergehenden Stress ohne langfristige Folgen aus. Reagiert ein Pferd aber empfindlich auf solche kurzzeitigen Einflüsse, dann sollte man sich den Darm näher anschauen.